Zum Hauptrundenabschluss gegen Stuttgart

Die Eisbären grüssten nach der grandiosen Leistung vom letzten Wochenende kurzzeitig von der Tabellenspitze. Den Platz an der Sonne mussten sie Anfang der Woche allerdings postwendend wieder an die Hornets aus Zweibrücken zurückgeben.

Der Grund hierfür: Zweibrückens Gegner vom kommenden Wochenende, die Fire Wings Schwenningen, hat das Spiel bereits im Vorfeld absagt, wodurch diese 3 Punkte “kampflos” den Hornets gutgeschrieben wurden.

Das Heimrecht für die erste Playoff-Runde haben die Eisbären aus Heilbronn dennoch schon sicher in der Tasche! Wollen Sie dies auch in einer möglichen Finalrunde behalten, ist Tabellenplatz “eins” Pflicht. Und dafür muss beim Heimspiel am Sonntag, 26.02.2017 (18 Uhr), mindestens ein Punkt gegen die Rebels aus Stuttgart eingefahren werden.

Für Stuttgart ist der “Playoff-Zug” mit Platz sechs bereits abgefahren. Trotz allem sind die Rebels nicht zu unterschätzen, denn den amtierenden Meister zu ärgern, ist immer eine extra Anstrengung wert.

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Tabellenführer! Eisbären setzen dickes Ausrufezeichen für Playoffs

Die Eisbären Heilbronn stehen wieder an der Tabellenspitze der Regionalliga Südwest. Mit einem in dieser Höhe nicht erwarteten 9:1 (4:0, 2:1, 3:0)-Sieg gegen den bisherigen Spitzenreiter Zweibrücken Hornets brachte sich der Tabellenführer einen Spieltag vor dem Ende der Hauptrunde in eine hervorragende Ausgangsposition für die Anfang März beginnenden Playoffs.

Bevor die Partie begann, überreichten die beiden Organisatoren der Spendenaktion “Noah – unser Kampf zurück ins Leben”, Kerstin Plume und Ralf Scherlinzky, Noahs Vater Tom Malicki einen symbolischen Scheck in einer Höhe, die man bis zuletzt als Geheimnis gehütet hatte. Stolze 48.100 Euro hat die Spendenaktion der Eisbären inzwischen eingebracht – über 15.000 Euro mehr als nach dem Benefizspiel am 3.2. verkündet worden war und doppelt so viel wie bei der letztjährigen Spendenaktion für Joel Ullrich. Da noch immer täglich Spenden auf dem Konto eingehen, sind auch diese 48.100 Euro eine Momentaufnahme, und man ist gespannt, welcher Betrag dann irgendwann zu Buche stehen wird, wenn die letzte Spende eingegangen ist.

Auch die Zweibrücken Hornets leisteten ihren Beitrag zum Erfolg der Aktion. Kapitän Maximilian Dörr übergab auf dem Eis einen Umschlag mit einer Spende der Mannschaft an Tom Malicki. Toll von euch, liebe Hornets – vielen Dank dafür!

Doch nun zum Spiel…

Die Eisbären erhielten gegenüber dem Samstagsspiel Verstärkung durch Claudio Schreyer, Marc Oppenländer und Alex Keterling, so dass sich die personelle Lage etwas entspannte. Dagegen fand sich der Gegner aus der Pfalz in genau der Situation wieder, die die Eisbären am Vortag in Hügelsheim bewältigen mussten: Die Hornets waren nur mit zwei Torhütern und zehn Feldspielern angereist.

Die 523 Zuschauer sahen ein Eisbären-Team, das genau dort weitermachte, wo es knapp 24 Stunden zuvor aufgehört hatte. Von Müdigkeit war weit und breit nichts zu sehen. Vielmehr trumpfte der Titelverteidiger von Beginn an meisterlich auf, und Sven Breiter sorgte nach zwei Minuten für das 1:0. Die wohl spielentscheidende Szene spielte sich dann bereits nach fünf Minuten ab. Die Gäste aus der Pfalz konterten die Eisbären bei eigener Unterzahl aus und passten vor dem Tor nochmal quer, doch Eisbären-Goalie Markus Nachtmann fischte den Schuss des perfekt postierten Frederic Hellmann noch irgendwie heraus. Beim direkten Gegenzug gelang Daniel Steinke in Überzahl das 2:0 (6.).

In der 7. Minute rettete Nachtmann erneut gegen Hellmann sowie im Nachschuss gegen Tom Tracy und sendete damit sowohl ein Signal an seine Vorderleute, dass sie sich auf ihn verlassen können, als auch an den Gegner, dass er an diesem Abend nicht einfach zu bezwingen sein würde. Während er noch weitere gute Chancen der Gäste zunichte machte, erwiesen sich seine Vorderleute als präzise Scharfschützen. Daniel Brendle (12.) und Igor Filobok (15.) sorgten mit zwei weiteren Überzahl-Treffern für den 4:0-Pausenstand.

Auch im mittleren Spielabschnitt gingen die Eisbären sehr konzentriert zu Werke. Jannick Bätzold erzielte in der 30. Minute, gerade von der Strafbank kommend, mit seinem ersten Saisontor das 5:0, dem Manuel Pfenning eineinhalb Minuten später das 6:0 folgen ließ. Hornets-Goalie Marcel Kappes ärgerte sich “in Wort und Tat” so sehr über die Gegentreffer, dass er mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe in die Kabine geschickt werden musste. Bezeichnend für den Verlauf der Partie war dann, dass Zweibrücken ausgerechnet während dieser fünfminütigen Unterzahl durch Tom Tracy zum Anschlusstreffer kam (32.)

Auch im Schlussdrittel ließen die Hausherren nicht nach, hatten sie doch das letztjährige Finale gegen die Hornets im Hinterkopf, als man im Schlussdrittel eine sicher geglaubte 8:4-Führung noch aus der Hand gegeben hatte und sich erst in der Verlängerung einen wilden 9:8-Sieg holen konnte. Doch ein mögliches Aufbäumen der Gäste wurde gleich im Keim erstickt, als Sven Breiter nach etwas mehr als einer Minute das 7:1 erzielte. Marc Oppenländer (50.) und Daniel Brendle (54.) legten noch zwei weitere Treffer zum 9:1-Endstand nach.

“Wir haben an diesem Wochenende etwas geschafft, was uns nach der Januar-Krise kaum mehr einer zugetraut hatte”, sagte Trainer Sascha Bernhardt nach der Partie. “Heute haben wir ein Ausrufezeichen für die Playoffs gesetzt!”

Die Eisbären benötigen nun aus dem letzten Hauptrunden-Spiel am kommenden Sonntag (18 Uhr) zuhause gegen Stuttgart noch einen Punkt, um sicher als das top platzierte Team in die Playoffs zu gehen. In den Playoffs wird es dann entweder gegen Eppelheim oder Hügelsheim gehen.

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6:3 – Eisbären-Rumftruppe stoppt Hügelsheimer Siegeszug

Mit einer absoluten Rumpftruppe haben die Eisbären Heilbronn am Samstagabend am Baden Airpark allen Widrigkeiten getrotzt und den Klassiker gegen ihren Erzrivalen Baden Rhinos Hügelsheim mit 6:3 (3:0, 0:1, 3:2) gewonnen.

Gerade mal zwei Torhüter, fünf Verteidiger und fünf Stürmer konnte Coach Sascha Bernhardt gegen den Tabellendritten aufbieten, der seine letzten zehn Spiele allesamt gewonnen und seinen Fans einen heißen Tanz auf dem Eis versprochen hatte. Die Grippewelle sowie berufliche Verpflichtungen auf Seiten der Eisbären hatten dafür gesorgt, dass sich die Fans im Baden Airpark schon beim Warmlaufen verwundert die Augen gerieben hatten. Wollten die “paar Hansel” tatsächlich den seit dem 2. Dezember ungeschlagenen Gastgebern Paroli bieten?

Dass sich der dezimierte Titelverteidiger nicht nur gut verkaufen, sondern die drei Punkte mit nach Hause nehmen wollte, mussten die rund 1.000 Zuschauer schon nach nicht einmal einer Minute feststellen. Strafe Christian Böcherer, 23 Sekunden später Tor durch Daniel Brendle – 0:1.

“Die Jungs haben von der ersten Sekunde eins zu eins das umgesetzt, was vor dem Spiel gesagt wurde”, sagte Sascha Bernhardt nach dem Spiel. “Das hat zwar nicht immer schön ausgesehen, war aber effektiv. Wir haben bestimmt 25 Icings gemacht und dafür gesorgt, dass der Gegner zunehmend frustriert war und sich durch Frustaktionen Strafen gezogen hat. Und im Powerplay waren wie heute so effektiv wie noch nie.”

Ganze fünf der sechs Treffer fielen mit einem Mann mehr auf dem Eis – wie zum Beispiel das 0:2 durch Igor Filobok in der 7. Minute. Überhaupt sprühte der Topscorer der Eisbären nach abgesessener Sperre vor Spielfreude und glänzte als dreifacher Torschütze sowie als zweifacher Vorbereiter. Dennoch erhielt nicht die Nummer 15 der Eisbären ein Sonderlob vom Coach, sondern vielmehr Youngster Moritz Hauß. “Moritz ist ja eigentlich Verteidiger, er hat aber heute neben Igor Filobok und Sven Breiter im Sturm gespielt und hat in dieser Reihe so geackert und gekämpft, dass er für die beiden immer wieder Räume zum Spielen geschaffen und damit die Grundlage zum Sieg gelegt hat.”

Auch Goalie Markus Nachtmann erhielt im Statement des Trainers eine besondere Erwähnung. “Nachti war mit seinen 41 Jahren so sicher und hat von Anfang an so eine Ruhe ausgestrahlt, dass die Jungs vor ihm zu keinem Moment nervös waren. Das war überragend”, so Bernhardt. Bis zur ersten Pause stand bei Nachtmann die Null, während Sven Breiter in der 10. Minute Hügelsheims Keeper Sebastian Trenholm zum dritten Mal überwinden konnte.

In den zweiten 20 Minuten konnten sich die abgezockten Eisbären lange gegen den wütenden Sturmlauf der Gastgeber erwehren, ehe Noel Johnson zweieinhalb Minuten vor der zweiten Pause der Anschlusstreffer zum 1:3 gelang.

Wer nun aber gedacht hatte, dass der Treffer die Gastgeber im Schlussdrittel beflügeln und gleichzeitig die Kraft der zehn aufrechten Eisbären schwinden würde, sah sich schnell eines Besseren belehrt. Genau 37 Sekunden nach Wiederanpfiff erhöhte Igor Filobok auf 1:4 – erneut in Überzahl. Auch beim 1:5, das abermals auf Filoboks Konto ging (47.), hatten die Eisbären einen Mann mehr auf dem Eis.

Ein weiterer Grund für den Erfolg war die Tatsache, dass die Eisbären immer eine Antwort auf die wenigen Erfolgserlebnisse der Rhinos parat hatten – so wie in der 51. Minute, als Leo Kreps Dennis Walthers Tor zum 2:5 (48.) mit dem 2:6 beantwortete. Auch nachdem Christian Böcherer zum 3:6 verkürzte (53.), geriet der Sieg nicht mehr in Gefahr. Denn die Eisbären hielten sich weiterhin an das vorgegebene “Einfach die Scheibe raus”.

Mit diesem Sieg unter ungünstigsten Voraussetzungen setzte der Titelverteidiger ein großes Ausrufezeichen in Richtung Playoffs. Nach der Niederlagenserie im “schwarzen Januar” dürfte die Konkurrenz spätestens jetzt wissen, dass die Eisbären im Rennen um die Meisterschaft wieder da sind!

Wieder da sein werden beim Heimspiel jetzt am Sonntag (18 Uhr) gegen Zweibrücken auch mindestens drei Spieler, die am Samstag aus beruflichen Gründen gefehlt haben. “Natürlich wird der Eine oder Andere etwas schwerere Beine als sonst haben, aber ein solcher Sieg setzt auch weitere Kräfte frei. Wir sind in jedem Fall bereit für Zweibrücken und wollen uns die Tabellenführung zurückholen”, so Sascha Bernhardt.

Den Tabellenersten aus der Pfalz und seinen Verfolger Eisbären trennt nur noch ein Punkt, und es dürfte wahrscheinlich sein, dass der Sieger dieser Partie am vorletzten Hauptrunden-Spieltag auch als Sieger der Hauptrunde in die Playoffs starten wird.

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Alles ist drin…. oder?

Nachdem die Eisbären letztes Wochenende in Ravensburg die Playoff-Teilnahme gesichert haben, geht es am kommenden Doppelspiel Wochenende darum, die beste Ausgangsbasis für eben diese zu schaffen. Erst geht die Reise am Samstag 18.02.2017 (19:30 Uhr) zum Tabellenvierten nach Hügelsheim, bevor der Tabellenführer Zweibrücken am Sonntag 19.02.2017 (18:00 Uhr) in der Kolbenschmidt Arena antritt.

Blickt man auf die Tabelle, fällt schnell auf, dass bei drei ausstehenden Spielen in der Hauptrunde für die Eisbären von Platz eins bis vier alles drin ist. Um sich das Heimrecht zu sichern, und auch im Falle der Finalteilnahme diesen Vorteil zu behalten, zählen eigentlich nur zwei Siege am Wochenende. Eine Aufgabe, die sich schwieriger gestalten könnte als gedacht! Denn auch bei den Eisbären hat die Grippewelle zugeschlagen und bisher ist nicht gewiss, wer sich am Wochenende wieder fit meldet. Sollte die Personalmisere bestand haben, könnten die Eisbären aus ungewohnter Position ins Rennen um den Titel gehen.

Abseits der Eisfläche sind die Eisbären komplett überwältigt von der Resonanz, die die Spendenaktion “Noah – unser Kampf zurück ins Leben” auch nach der offiziellen Veranstaltung noch erhalten hat und immer noch erhält. Inzwischen sind weit mehr als die verkündeten 32.825 Euro zusammengekommen. Um die Aktion abzurunden werden die Eisbären beim Heimspiel am 19.02.17 direkt vor dem Anfangsbully der Familie Malicki einen symbolischen Spendenscheck mit dem aktuellen Spendenstand übergeben. Ihr könnt gespannt darauf sein, bei welcher Höhe die Spendensumme inzwischen angelangt ist!!!

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9:0 in Ravensburg – Eisbären sichern sich die Playoffs

Mit einem überzeugenden 9:0 (4:0, 4:0, 1:0)-Sieg beim EV Ravensburg haben sich die Eisbären Heilbronn am Freitagabend drei Spiele vor Ende der Hauptrunde für die Playoffs der Regionalliga Südwest qualifiziert.

Der Titelverteidiger knüpfte dabei nahtlos an die Leistung aus dem Schwenningen-Spiel an, das man vor Wochenfrist mit 8:0 gewonnen hatte. Obwohl man auf zahlreiche Spieler verzichten musste, nahm man von Anfang an das Heft in die Hand. Leo Kreps gab mit dem 0:1 in der 7. Minute die Marschrichtung vor, der seine Teamkollegen sofort folgten. In der 10. und 11. Spielminute machten Benjamin Brozicek, Sven Breiter und abermals Brozicek mit drei Treffern binnen 70 Sekunden aus dem 0:1 ein 0:4, womit die Partie eigentlich schon entschieden war.

Im zweiten Drittel trafen zweimal Patrick Luschenz (23./38.) und je einmal Claudio Schreyer (30.) und Sven Breiter (37.) zum 0:8, während Goalie Anton Lukin seinen Kasten sauberhalten konnte. Im Schlussabschnitt schalteten die Eisbären dann einen Schritt zurück und kamen nur noch zu einem weiteren Tor durch Sven Breiter zum 0:9 (47.).

Da die Bietigheim Steelers Amateure parallel gegen Stuttgart eine 3:5-Heimniederlage kassierten, konnten sich die Eisbären zum sechsten Mal in Folge die Playoff-Teilnahme sichern. Die Steelers liegen mit sieben Punkten Rückstand auf die Eisbären auf Platz fünf, können in ihren verbleibenden beiden Spielen jedoch nur noch maximal sechs Punkte holen. “Allen, die zuletzt nicht an die Playoffs geglaubt haben, sei gesagt: Wir sind dabei”, freute sich Eisbären-Vorstand Sven Breiter nach der Partie.

Was bei diesem Sieg in Ravensburg auffällt: Zum zweiten Mal in dieser Saison vertrat die zweite Eisbären-Vorsitzende Kerstin Plume mit einer Sondergenehmigung den verhinderten Trainer Sascha Bernhardt an der Bande. Zu zweiten Mal gewann das Team mit ihr als Interims-Coach seine Partie mit 9:0 in Ravensburg… :)

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Jeder Punkt zählt

Am Freitag den 10.02.2017 um 20 Uhr gastieren die Eisbären Heilbronn beim EV Ravensburg.

Schaut man sich die Tabelle an, sollte es es eigentlich eine klare Sache für die Eisbären sein, denn Ravensburg liegt abgeschlagen mit nur einem Punkt auf dem letzten Tabellenplatz. Eine klare Sache, wenn da nicht ein paar Punkte wären, die für Spannung sorgen können: Bei den Eisbären fehlen durch Sperre oder Verletzung noch diverse Stammspieler. Außerdem ist der Freitag-Termin nicht optimal, da der Kader traditionell durch Arbeit der einzelnen Spieler in Kombination mit der langen Anfahrtszeit noch zusätzlich ausgedünnt wird. Und zum guten Schluss war es in den letzten Jahren selten so spannend um die Playoff-Plätze, wie gerade. Vom ersten bis zum fünften Platz können alle Teams noch dieses Saisonziel erreichen oder verlieren.

Deshalb: Nur ein Sieg zählt!

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8:0, 2.300, 32.825 – Zahlen eines Abends der Superlative

Der 3. Februar 2017 wird in die Annalen der Eisbären Heilbronn eingehen. Vor einer Traum-Kulisse von 2.300 Zuschauern haben die Eisbären gegen die Fire Wings Schwenningen ihre Niederlagenserie mit einem 8:0 (3:0, 4:0, 1:0)-Sieg beendet. Und, was an diesem Abend viel wichtiger war: Die Spendenaktion für den kleinen Noah brachte stolze 32.825 Euro ein!!!

Schon vor dem Spiel waren auf dem Spendenkonto 18.590 Euro eingegangen, die dann vor Ort durch Spenden, Tombola, Imbiss, Kuchen-, Crepes- und Muffinverkäufe um 12.625 Euro auf eine Summe von 31.215 Euro erhöht wurden. Dazu kamen bei der anschließenden Benefizparty in der Gartenlaube noch 1.610 Euro, was eine bisherige Gesamtsumme von 32.825 Euro macht.

Bevor das Spiel beginnen konnte, wurde es auf dem Eis erstmal emotional, als Kathrin und Tom Malicki zusammen mit Noah unter großem Applaus von Fans und Spielern das Eis betraten, um das symbolische Anfangsbully auszuführen. Ehe sie zur Tat schreiten konnten, überreichte Eisbären-Spielertrainer Manuel Pfenning einen dicken Umschlag mit einer Spende der Mannschaft. Im Namen des Schiedsrichter-Gespanns mit Stefan Frölich, Peter Moosberger und Marcus Lafuente übergab Torsten Werner ein gestreiftes Schiri-Trikot für Noah sowie – später dann unter Ausschluss der Öffentlichkeit – einen Briefumschlag mit den Schiedsrichter-Gebühren und dem Kilometergeld dieses Spiels.

“Das symbolische Anfangsbully habe ich nur durch einen feuchten Schleier gesehen, und den anderen im Team ging es genau so”, berichtete Stürmer Benjamin Brozicek später am Abend in der Gartenlaube. Als dann jedoch das Spiel begann, waren die Eisbären hellwach und konzentriert. “Wir hatten uns vorgenommen, uns für Noah und seine Familie alle den Hintern aufzureißen. Uns hat das Schicksal der Familie und die enorme Hilfsbereitschaft der Eisbären-Fans sehr berührt, und wir wollten alles geben, um diese Emotionen in das Spiel mitzunehmen und die Niederlagenserie zu beenden”, so Brozicek weiter.

Ohne Patrick Seeger, Stefan Schrimpf, Moritz Muth, John Kraiss, Igor Filobok, Milan Liebsch, Thomas Bernwald, Max Schleicher und Anton Lukin, aber dafür mit den Junioren Vasilios Maras und Philip Spechtenhauser vom Kooperationspartner Heilbronner EC sowie mit dem Routinier Markus Nachtmann im Tor zeigte der Titelverteidiger von Beginn an, dass es nur einen Sieger geben konnte.

Ausgerechnet Leo Kreps, der seit dem ersten Saisonspiel am 8. Oktober 2016 keinen Treffer mehr erzielt hatte, überwand in der 10. Spielminute als Erster den finnischen Torhüter Miro Hämynen, der die Eisbären in den vergangenen Spielen oft zur Verzweiflung gebracht hatte. Marc Oppenländer (15.) und Vasilios Maras (16.) stellten mit dem 2:0 und 3:0 noch vor der ersten Pause die Weichen auf Sieg.

Auch in den zweiten 20 Minuten übten die Hausherren, unter anderem unterstützt vom Eisbären Berlin Fanclub Rhein Neckar Odenwald, ständigen Druck auf die Gäste aus. Schon nach 13 Sekunden erzielte Manuel Pfenning das 4:0, dem Daniel Brendle (23.), Sven Breiter (28.) und nochmals Pfenning nach exakt 30 Minuten die Treffer zum 7:0 folgen ließen. Im Schlussdrittel konnten es sich die Eisbären dann sogar erlauben, einen Gang zurückzuschalten. Benjamin Brozicek erhöhte zwar in der 49. Minute noch auf 8:0, doch mehr passierte in diesem Drittel nicht mehr.

Holger Friederich (Foto, Mitte) aus Eppingen durfte als Meistbietender der ebay-Auktion “Co-Trainer für ein Spiel” Trainer Sascha Bernhardt während des Abends begleiten. “Holger hat uns heute Glück gebracht und wir haben ihn gleich für die Playoffs als Co-Trainer verpflichtet”, scherzte Sascha Bernhardt nach Spielende.

Ebenso perfekt wie das Spiel auf dem Eis verlief das Rahmenprogramm, das von der zweiten Eisbären-Vorsitzenden Kerstin Plume organisiert worden war. Schon eine Dreiviertelstunde vor Spielbeginn gab es vor dem Haupteingang der Kolbenschmidt Arena eine packende Feuershow der Gruppe “Red Ants”. Dazu konnten die Zuschauer an verschiedenen Ständen im Freien Glühwein, Waffeln und Crepes kaufen sowie am Gewinnspiel des Eisbären-Gesundheitspartners AOK Heilbronn-Franken teilnehmen.

In der Halle war der Bereich um den Treppenaufgang zu den Sitzplätzen von der großen Tombola mit über 2.000 Preisen geprägt, die auf zahlreichen Tischen zur Ausgabe bereit lagen. Auch wenn nicht alle 2.550 Lose verkauft werden konnten, fanden sämtliche Hauptpreise einen Gewinner.

Begeisternd war in der ersten Drittelpause der Auftritt der Mädchen-Gruppe “Red Flowers” von den Tanzgruppen Sigrid Lipp im Verein KunST 07, die auf einem auf dem Eis ausgelegten Teppich einen Cheerleadertanz vorführten.

Der emotionale Höhepunkt folgte dann in der zweiten Pause. Als das Licht in der Halle aus und zwei Spots angingen, wurde es in der Halle mucksmäuschenstill. Die Sängerin Kirstin Käfer sang, im Mittelkreis der Eisfläche stehend, live “The Power of Love” und wurde dabei von der zehnjährigen Eiskunstläuferin Melina vom REV Heilbronn begleitet. Kurz vor dem Ende des Songs kamen Noahs Geschwister Elia (10) und Hannah (4) zu Kirstin Käfer auf die Eisfläche – und bekamen von Melina ein rotes Herz überreicht.

Für eine Überraschung sorgten nach Spielende Kathrin und Tom Malicki, die den Heilbronner und Schwenninger Spielern sowie den Schiedsrichtern und den Organisatoren der Eisbären auf dem Eis ein Geschenk überreichten.

Nach dem Ende der Partie feierten Fans, Helfer, Spieler und Vorstandschaft gemeinsam mit Noahs Familie noch bis tief in der Nacht in der Gartenlaube.

Die Eisbären Heilbronn bedanken sich bei allen, die diese Spendenaktion zu einem so tollen Erfolg gemacht haben – angefangen bei Schirmherr Daniel Fischbuch, den Eisbären Berlin und der Gartenlaube über die unzähligen Firmen und Privatpersonen, die Tombola-Preise gestiftet und eine unglaubliche Spendenbereitschaft an den Tag gelegt haben, bis hin zu den vielen Helfern, die für einen reibungslosen Ablauf gesorgt haben.

Mit den Spendengeldern kann Familie Malicki nun das erste Jahr der amerikanischen Doman Therapie (wir berichteten) für Noah bezahlen, die die Hoffnung verspricht, dass Noah aus dem Wachkoma herausgeführt werden kann.

Und wir sind uns sicher, dass auch in den kommenden Tagen und Wochen noch weitere Spenden eintreffen werden!

 

Auch der Eisbären-Fanclub Old Skool spendete für Noah.

Scheckübergabe der Firma Zimmermann und Becker

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Eishockey mit Spendenaktion – Programmbeginn um 19.15 Uhr

Eigentlich findet am Freitag mit der Begegnung der Eisbären Heilbronn gegen die Fire Wings Schwenningen nur ein ganz normales Regionalliga-Eishockeyspiel statt. Doch am Freitag wird sich der Sport die Aufmerksamkeit der Zuschauer mit der Spendenaktion “Noah – unser Kampf zurück ins Leben” teilen müssen – und das, obwohl die Eisbären nach zuletzt fünf Niederlagen in Folge am Freitag unbedingt einen Sieg landen müssen, um nicht noch aus den Playoff-Rängen zu rutschen.

Wie in den letzten Wochen vielfach kommuniziert, sammeln die Eisbären an diesem Abend Spenden für den sechsjährigen Noah Malicki aus Neuenstein, der als Zuschauer bei einer Rallye-Veranstaltung von einem verunglückten Fahrzeug erfasst und dabei so schwer verletzt wurde, dass er heute schwer gehirngeschädigt ist und im Wachkoma liegt.

Die Eisbären verzichten dabei auf ihre Eintrittsgelder. Jeder, der am Eingang einen Betrag seiner Wahl in eine der Spendendosen einwirft, erhält eine Eintrittskarte.

Um die Benefizaktion, die schon im Vorfeld mehrere Tausend Euro an Spenden eingebracht hat, zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen, haben die Eisbären ein buntes Rahmenprogramm zusammengestellt.

Auch wenn das Eishockeyspiel selbst erst um 20 Uhr beginnt, sollten die Zuschauer schon früher bei der Kolbenschmidt Arena sein – denn um 19.15 Uhr beginnt der Abend vor der Halle mit einer “heißen” Feuershow, zu der die Eisbären einen Glühweinstand aufbauen werden. Auch der Gesundheitspartner der Eisbären, die AOK Heilbronn-Franken, wird mit einem Aktionspavillon vor der Halle stehen, an dem die Zuschauer bei einem Gewinnspiel teilnehmen können.

Um 20 Uhr wird dann die Familie Malicki zusammen mit Noah mit einem symbolischen Anfangsbully auf dem Eis das Spiel eröffnen, in dem die Eisbären auf die Erfolgsspur zurück finden wollen. Obwohl man auf einige Stammspieler verzichten muss, ist das Team von Trainer Sascha Bernhard überzeugt, dass man am Freitag die Negativserie aus dem “schwarzen Januar” beenden kann.

In der ersten Drittelpause wird es statt des sonst üblichen Puckspiels eine künstlerische Darbietung des Vereins Kunst 07 geben, dessen Tänzerinnen einen Cheerleader-Tanz präsentieren werden.

Gänsehautstimmung ist in der zweiten Pause vorprogrammiert. Die Sängerin Kirstin Käfer wird, begleitet von der 11-jährigen Eiskunstläuferin Melina vom REV Heilbronn, live auf dem Eis den Song “The Power of Love” singen.

Vor und während des Spiels gibt es eine große Tombola, deren Erlös komplett in die Spendenkassen fließt. Nachdem bei der letztjährigen Spendenaktion schon vor dem Spielbeginn alle Lose verkauft waren, haben die Eisbären diesmal auf über 2.500 Lose aufgestockt, unter denen nur 500 Nieten versteckt sind. Hauptpreise sind unter anderem zwei Eintrittskarten für einen kompletten Spieltag der Eishockey-WM 2017, ein Tagespass für vier Personen im Erlebnispark Tripsdrill, eine Quad-Ausfahrt sowie ein Eishockeyschläger des Kapitäns der Eisbären Berlin, André Rankel. Ein Los kostet 3 Euro, fünf Lose 12 Euro.

Nach dem Ende des Eishockeyspiels geht die Spendenaktion mit einer Benefiz-Party in der Szenekneipe Gartenlaube in Heilbronn-Böckingen weiter. Dort tritt die Neuensteiner Band “Seattle Overdrive” kostenlos auf. Die Gartenlaube spendet sowohl einen Anteil von jedem verkauften Getränk als auch die Trinkgelder des Personals von diesem Abend.

Für diejenigen, die am Freitag nicht vor Ort dabei sein können, haben wir hier nochmal das Spendenkonto:

BW-Bank Stuttgart
EHC Eisbären Heilbronn e.V.
IBAN: DE10 6005 0101 0002 9892 22
BIC: SOLADEST600
Verwendungszweck: “Spende für Noah” (bitte unbedingt angeben)

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“Die schönste Zeit mit Noah ist die abendliche Kuschelstunde”

Über das bewegende Schicksal von Noah Malicki und seiner Familie haben wir in den vergangenen Wochen ausführlich berichtet. Doch was bedeutet es, von einem Moment auf den anderen ein schwerst behindertes und rund um die Uhr pflegebedürftiges Kind zu haben? Welche Entbehrungen bedeutet dies für die Eltern, aber auch für die Geschwister? Wie sieht der Tagesablauf aus und wie stehen die Chancen für Noah, um vielleicht doch noch einen Weg aus dem Wachkoma zu finden?

Wir haben uns mit Noahs Mutter Kathrin Malicki über die letzten fast zwei Jahre unterhalten und haben erfahren, wie die Eisbären Heilbronn mit ihrer Spendenaktion genau helfen können.

“Natürlich hat Noahs Unfall unser ganzes Leben verändert”, erzählt Kathrin Malicki. An jenem schicksalhaften 7. März 2015 musste die heute 34-Jährige kurzfristig für eine Kollegin in der Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg in Schwäbisch Hall einspringen. Ihr Mann Tom (36) war parallel bei der Kriminalpolizei Heilbronn im Dienst, während Noah und sein Bruder Elia mit Kathrins Brüdern die Unterland-Hohenlohe-Rallye besuchten. Dort geschah dann das Unglück.

“Tom und ich haben uns im Krankenhaus in Ludwigsburg getroffen. Ich war rechtzeitig an der Unfallstelle um mit dem Rettungshubschrauber mitfliegen zu können, und Tom kam mit dem Dienstwagen fast gleichzeitig in Ludwigsburg an.”

In zwei Notoperationen entfernten die Ärzte erst die linke und zwei Tage später auch die rechte Seite von Noahs Schädeldecke, um dem durch den Aufprall auf der Windschutzscheibe des Rallye-Fahrzeugs stark angeschwollenen Gehirn Platz zu geben. “Elf Tage nach der zweiten Operation teilten uns die Ärzte mit, dass unser Sohn sterben werde. Doch just in dem Moment, als wir nochmal zu ihm durften, begann der Hirndruck zu sinken, und dann wurde sein Zustand von Stunde zu Stunde stabiler”, erinnert sich Kathrin Malicki.

Beide Elternteile wurden von ihren Arbeitgebern freigestellt – Kathrin langfrisitig, Tom für die vier Wochen während der Akutphase. Nicht nur, um sich um Noah zu kümmern, sondern auch um ihr Leben neu zu ordnen. Kathrin Malicki: “Ab diesem Zeitpunkt war ich elf Monate lang fast durchgehend an Noahs Seite. Nach fünf Wochen in der Intensivstation in Ludwigsburg kamen wir zur Frühreha nach Vogtareuth am Chiemsee. Dort waren wir erstmal nur vier Wochen, ehe wir mit dem Hubschrauber wieder nach Ludwigsburg gebracht wurden, damit die Ärzte Noah – ebenfalls wieder unter höchster Lebensgefahr – eine künstliche Schädeldecke aus Acrylplatten einsetzen konnten. Kurz danach bekam er eine Lungenentzündung und wurde nochmal für eine Woche ins künstliche Koma versetzt. Ich war dann bis zum 16. Februar 2016 mit ihm am Chiemsee und hatte in diesen ganzen Monaten – wenn’s hochkommt – vielleicht zwei Wochen, an denen ich zuhause sein konnte.”

Während Kathrin Malicki bei Noah war, managte ihr Mann Tom zuhause die Familie und kümmerte sich um Hannah (inzwischen 4) und Elia (10) – kein einfaches Unterfangen, pendelte er doch täglich zwischen Neuenstein und seinem Arbeitsplatz bei der Kriminalpolizei in Heilbronn. Tagsüber wurden Noahs Geschwister von Haushaltshilfen betreut. An den Wochenenden fuhr Tom Malicki mit den Kindern zu Noah und Kathrin an den Chiemsee.

“Für die beiden war die Situation natürlich auch sehr schwierig, zumal Elia den Unfall ja vor Ort miterleben musste. Als Hannah mit ihren knapp drei Jahren ihren Bruder nach sechs Wochen zum ersten Mal wieder sah, sagte sie ‘Mein Noah ist tot’. Und als Noah dann nach fast einem Jahr nach Hause kam, fragte sie, weshalb ihr Noah jetzt immer noch tot sei. Das war für uns dann auch sehr ergreifend”, erzählt Kathrin Malicki. “Aber inzwischen machen die Beiden das toll. Wenn sie Freunde zu Besuch haben, beziehen sie Noah ganz selbstverständlich mit ein und nehmen den anderen Kindern damit jegliche Berührungsängste. Davon können wir Erwachsene uns eine dicke Scheibe abschneiden.”

Und wie gehen sie selbst und ihr Mann inzwischen mit der Situation um? “Vor allem sind wir Gott dankbar, dass Noah bei uns ist und uns nicht genommen wurde”, sagt Kathrin Malicki. “Dadurch, dass wir im Schnitt 18 Stunden am Tag den Pflegedienst zuhause haben, kann ich mich wieder um Hannah kümmern und Besorgungen machen. Außerdem arbeite ich drei, vier Tage im Monat an den Wochenenden und kann mir so – auch wenn sich das jetzt vielleicht blöd anhören mag – eine Auszeit von zuhause nehmen. Aber die Unbeschwertheit, einfach mal spontan etwas machen zu können, ist weg. Und das zieht einen dann immer wieder gewaltig in ein Tief, aus dem wir uns dann wieder gegenseitig herausziehen.”

Um 8, 12, 16 und 20 Uhr bekommt Noah über eine Magensonde seine Mahlzeiten zugeführt. Stündlich muss er umgelagert und mehrmals am Tag durchbewegt werden. “Durch seine Spastik ist das keine einfache Sache. Morgens ist er entspannt, da lassen sich seine Gliedmaßen besser strecken, doch je angespannter er ist, desto mehr führt die Spastik dabei zu Schmerzen. Das tut einem jedesmal selbst weh, wenn er dabei aufweint.”

Die schönste Zeit des Tages ist für alle Beteiligten die abendliche Kuschelstunde. “Die hatte er früher schon immer eingefordert, und wir merken, wie er dabei seine Anspannung verliert und von Minute zu Minute mehr entspannt.”

Dies sind dann auch die Momente, die Noahs Eltern hoffen lassen. “In letzter Zeit gab es ein paar kleine Veränderungen. Seit ein paar Wochen gibt er ein Lachen von sich, wenn man mit der Zunge schnalzt. Neulich ist mir zuhause etwas runtergefallen, da habe ich ihn hinter mir lachen gehört. Das mag für Außenstehende nichts Besonderes sein, aber für uns sind dies, bei dem Weg, der hinter uns liegt, riesige Schritte”, so Kathrin Malicki.

Das Wachkoma stelle sie sich so vor, als würde man unter Wasser tauchen. “Je weiter man an die Oberfläche kommt, desto mehr bekommt man mit. Doch egal wie tief man selbst unter der Oberfläche ist – nichts von dem, was man sagt oder sagen will, dringt nach außen. So kommt es uns zumindest bei Noah vor. Manchmal kommen Reaktionen, die auf das passen, was wir sagen oder tun, und an anderen Tagen ist er ganz weit weg.”

Durch eine andere betroffene Familie aus Neuenstein wurden die Malickis nun auf die aus den USA stammende Doman Therapie aufmerksam. “Während eine Hirnschädigung in der Schulmedizin als irreparabel angesehen und deshalb auch nicht weiter therapiert wird, haben die Therapiezentren in Amerika schon vielen betroffenen Kindern geholfen.”

Laut der Studie “The Effect of Intense Multi-sensory Stimulation on Coma Arousal and Recovery” von Glenn Doman, Roselise Wilkinson, Mihai D. Dimancescu und Ralph Pelligra konnten 91 Prozent der ursprünglich als “hoffnungslos” abgestempelten Patienten durch intensive multisensorische Stimulation aus dem Wachkoma zurückgeholt werden. Die Doman Therapie setzt dabei auf die Lernfreude des menschlichen Gehirns, die bei Kindern besonders ausgeprägt ist. Deshalb werden bei dieser Therapie über die fünf Sinne Sehen, Hören, Tasten, Schmecken und Riechen sechs bis acht Stunden am Tag Reize gesetzt, die das Gehirn stimulieren sollen.

“Diese Therapie können wir nun mit Hilfe der Spendenaktion der Eisbären mit Noah machen”, freut sich Kathrin Malicki. “Tom und ich werden zuerst für drei Tage ins Family Hope Center nach Philadelphia gehen, wo wir in die Therapie eingewiesen und dahingehend geschult werden, dass wir den Therapieplan zuhause mit Noah durchführen können. Danach müssen wir mit Noah zwei Tage lang zu Eingangsuntersuchungen nach England fliegen, ehe wir dann zuhause zusammen mit unseren Pflegekräften mit der Therapie beginnen können. Dabei werden wir über Skype angeleitet, schicken Videos von unseren Übungen mit Noah in die USA und werden von dort aus quasi virtuell an die Hand genommen.”

Der Haken daran: Das erste halbe Jahr der Doman Therapie kostet inklusive der Flüge und der Eingangsuntersuchung 20.000 Euro. Danach steht eine Begutachtung von Noahs Fortschritten an, ehe die zweite Phase der Therapie beginnen kann, die dann “nur noch” 10.000 Euro für die zweiten sechs Monate kostet.

“Ohne die Eisbären könnten wir uns das nicht leisten. Durch die Spendenaktion haben wir jetzt die Hoffnung, dass wir zumindest den Punkt erreichen können, an dem uns unser Kind wieder versteht. Deshalb können wir allen, die die Spendenaktion der Eisbären unterstützen, nicht genug danken”, so Kathrin Malicki.

“Wenn die Malickis eines Tages mit Noah zu einem Eisbären-Spiel in die Eishalle kommen, Noah aus eigenen Kräften den Puck zum Anfangsbully aufs Eis werfen würde und wir dazu unseren Beitrag geleistet hätten, dann wäre das ein Traum”, so die beiden Organisatoren der Eisbären-Spendenaktion, Kerstin Plume und Ralf Scherlinzky. “Deshalb hoffen wir darauf, dass wir möglichst viele Leute zum Spenden bewegen können, damit wir alle zusammen Noah und seiner Familie helfen können.”

Das Spendenkonto für die Aktion, die um das Eishockeyspiel gegen Schwenningen am Freitag stattfinden wird, lautet

BW-Bank Stuttgart
EHC Eisbären Heilbronn e.V.
IBAN: DE10 6005 0101 0002 9892 22
BIC: SOLADEST600
Verwendungszweck: „Spende für Noah“ (bitte unbedingt angeben)

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2:6 in Bietigheim – die Konstanz über 60 Minuten fehlt

Auch bei ihrem Auswärtsspiel in Bietigheim konnten die Eisbären Heilbronn nicht in die Erfolgsspur zurückfinden. Der Titelverteidiger der Regionalliga Südwest unterlag mit 2:6 (0:1, 2:3, 0:2) und kassierte damit die fünfte Niederlage in Folge.

In einem ausgeglichenen ersten Drittel brachte Marcel Neumann die Gastgeber in der 16. Minute mit 1:0 in Führung. Zuvor hatten die Eisbären eine fünfminütige Überzahl nicht nutzen können, nachdem Leon Müller eine Spieldauer-Disziplinarstrafe kassiert hatte.

Zum Beginn der zweiten 20 Minuten mussten die Eisbären einen Torwartwechsel vornehmen. Tobias Amon blieb nach einem Zusammenprall Ende des ersten Drittels in der Kabine und wurde durch Patrick Seeger ersetzt. Dieser wurde nach 69 Sekunden gleich kalt erwischt, als Tim Heffner in doppelter Überzahl auf 2:0 erhöhte. Der reaktivierte Ex-Eisbär Andrej Kaufmann baute den Vorsprung nach genau 24 Minuten auf 3:0 aus.

“An den Tohütern lag das aber sicher nicht”, stellte Trainer Sascha Bernhardt nach dem Spiel klar. “Sowohl Tobi Amon als auch Patrick Seeger haben ihre Sache gut gemacht.”

Hoffnung keimte bei den Eisbären wieder auf, als Benjamin Brozicek und Felix Kollmar in der 28. und 31. Minute auf 3:2 verkürzten. “In solchen Situationen fehlt uns dann aber einfach die Konstanz und die Cleverness, um das Momentum mitzunehmen. Und dann haben wir zur Zeit auch einfach kein Glück”, analysierte Sascha Bernhardt. Das 4:2 für die Gastgeber durch Haiko Hirsch (37.) war dann bereits so etwas wie die Vorentscheidung.

Auch im Schlussdrittel waren die Gastgeber effizienter und bauten ihren Vorsprung durch Tore von Marcel Neumann (51.) und Andreas Hilse (60.) auf 6:2 aus. Dem hatten die Eisbären nichts mehr entgegenzusetzen.

Erstmals lief für die Eisbären der 17-jährige Philipp Spechtenhauser auf, der zusammen mit Vasilios Maras vom Kooperationspartner Heilbronner EC abgestellt wurde. Maras wurde nach der Begegnung von Coach Bernhardt sogar bescheinigt, einer der besten Eisbären-Spieler an diesem Abend gewesen zu sein.

Für das Trainerduo Sascha Bernhardt und Manuel Pfenning gilt es nun, das Team bis zum ersten Heimspiel in diesem Jahr am Freitag gegen Schwenningen aufzurichten. “Das wird mit der Spendenaktion für Noah für jeden Einzelnen ein besonderes Spiel werden, zumal die Halle voraussichtlich recht voll sein wird. Wir wollen vor eigenem Publikum die Niederlagenserie endlich beenden”, so Bernhardt.

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