DIe Eisbären sind auch gegen Schwenningen “on Fire”

Der einstige Angstgegner der Eisbären Heilbronn, die Schwenninger Fire Wings, verbreiten kaum noch Schrecken. Im Gegenteil: “Für uns geht es nur darum, die Saison zu überstehen, und die Klasse zu halten”, so ein sichtlich konsternierter Gästetrainer Jaro Maly auf der Pressekonferenz nach dem Spiel bei den Eisbären Heilbronn. Kein Wunder, hatten seine Schützlinge doch soeben bei den EIsbären eine herbe 11:2 (3:1, 5:0, 3:1)-Niederlage hinnehmen müssen. Ganz anders die Stimmung natürlich im Eisbären-Lager. Mit dem dritten Sieg im dritten Spiel festigte die Mannschaft um Trainer Kai Sellers die Spitzenposition in der Regionalliga Südwest. Eine den Gästen in allen Belangen überlegene Eisbären-Mannschaft kam dabei zu einem auch in dieser Höhe verdienten Erfolg.

Bereits in der 2. Spielminute hatte Sascha Bernhardt die erste Chance des Spiels, als er allein vor Gästetorwart Matthias Kloiber verzog. Doch nur zwei Minuten später machte es Milan Liebsch besser und besorgte die Eisbären-Führung. Schwenningen kam in der Folgezeit genau einmal gefährlich vor das Eisbären-Gehäuse, was Marco Minervini allerdings zum Ausgleich zu nutzen wusste. War es in der Vergangenheit nun oft so, dass diese Nackenschläge die Eisbären gegen die Gäste vom Neckarursprung auf die Verliererstraße brachten, so war diesmal hiervon keine Rede. Just als eine Strafzeit gegen die Wings abgelaufen war, wusste Haiko Hirsch in der 12. Minute die passende Antwort zu finden, und schloss zum 2:1 ab. Nach dem erneuten Führungstreffer war der Bann gebrochen, und es spielte nur noch die Heimmannschaft. Daniel Brendle mit einem sehenswerten Schlagschuss (15.), eine schöne Einzelaktion von Sascha Bernhardt (16.), sowie eine Konterchance von Marc Oppenländer (17.) unterstrichen dies. In der 18. Minute sprang dann auch Zählbares heraus. Eisbären-Kapitän Heiko Vogler stellte das Ergebnis mit einem abgefälschten Schlagschuss auf 3:1.

Das 2. Drittel brachte eine wahre Torflut für die Gastgeber, die mit einem schönen Jubiläum eingeleitet wurde. Sascha Bernhardt erzielte in Minute 25 das 4:1 nach einem schönen Zuspiel von Haiko Hirsch. Es war sein 200. Tor im Eisbären-Dress! Nur zwei Minuten später besorgte Benjamin Brozicek den fünften Streich, ehe Sascha Bernhardt in der 32. Minute direkt von der Strafbank kommend das halbe Dutzend voll machte, indem er dem mittlerweile im Gäste-Tor stehenden Uli Kohler keine Chance ließ. Weitere gute Gelegenheiten vergingen, ehe Milan Liebsch mit einem Doppelpack innerhalb weniger Sekunden zum 7:1 und 8:1 erhöhte (37./38.).

So war im Schlussabschnitt einzig und allein die Frage offen, ob die Eisbären das Ergebnis zweistellig gestalten konnten. Eine klare Antwort hierauf gab zunächst Benjamin Brozicek, der in Minute 48 ein schönes Rückhandtor erzielte. Leontin Kreps war es dann vergönnt, das 10. Tor für seine Mannschaft zu erzielen, nachdem er von Robin Platz bedient wurde (53.). Kurz zuvor gönnte Trainer Kai Sellers Torfrau Jennifer Weis ihren 2. Einsatz im Eisbären-Trikot, indem er sie für den weitgehend beschäftigungslosen Tobias Amon einwechselte. Einmal musste die Nummer 30 sich dann aber doch geschlagen geben. Markus Zappe spielte einen Verlegenheitspass vor den Slot, ein Heilbronner Schlittschuh fälschte unhaltbar zum 10:2 ab. Der letzte Eisbären-Treffer war dann der schönste: Einen sehenswerten Pass von Adrian Kolar legte Haiko Hirsch glänzend auf den Schläger von Robin Platz ab, der in Minute 59 zum 11:2-Endstand traf.

Ein Ergebnis, das für Trainer Kai Sellers keinen Grund für unberechtigte Höhenflüge darstellt. “Wir haben über weite Strecken sehr diszipliniertes Eishockey geboten. Dennoch gab es im ersten Drittel Probleme mit dem Aufbauspiel”. Aber natürlich weiß auch Sellers um die Stärke seiner Mannschaft. “Wenn wir weiter unser Ding durchziehen, brauchen wir uns vor keinem Gegner in dieser Liga zu fürchten, zumal wir heute auch noch auf Spieler wie Manuel Weibler, Stefan Schrimpf und Marian Metz verzichten mussten”. Eine These, die sicherlich auch für den nächsten Gegner Bestand hat. Am kommenden Sonntag, 14. Oktober (19 Uhr), sind die Rhein-Neckar-Stars zu Gast in Heilbronn.

(Klaus Drienko)

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