Saisonende nach Penaltydrama – Gratulation an Zweibrücken

Mit einer 4:5 (1:0, 2:2, 0:1 – 0:1)-Niederlage im Penaltyschießen bei den Zweibrücken Hornets ist am Freitag die Eishockey-Saison 2016/17 für die Eisbären Heilbronn zuende gegangen. Die Pfälzer wurden, vor allem aufgrund ihrer Leistung im ersten Finalspiel, verdienter Meister der Regionalliga Südwest, und sie sind damit der mehr als würdige Nachfolger der Eisbären, die zuletzt vier Meistertitel in Folge geholt hatten.

Die 1.250 Zuschauer in der Ice Arena Zweibrücken sahen 65 rassige, actionreiche und spannende Minuten, die am Ende mit Glück auf der einen und Pech auf der anderen Seite entschieden wurden. Beide Mannschaften machten mit Amateur-Eishockey auf höchstem spielerischen und kämpferischen Niveau Werbung für ihre Sportart. Die Fans beider Teams trugen ihr Übriges dazu bei, dass der Abend für alle Beteiligten unvergesslich bleiben wird.

Die Eisbären waren im Vergleich zu der eher mäßigen Vorstellung bei 1:4 im ersten Finale nicht wiederzuerkennen. Man merkte dem Titelverteidiger von der ersten Sekunde an, dass er die Finalserie ausgleichen und ein Spiel drei erzwingen wollte. Dagegen war bei den Gastgebern anfänglich eine ähnliche Nervosität zu spüren, wie man sie bei den Eisbären in Spiel eins gesehen hatte.

Die Eisbären standen defensiv kompakt und ließen nur wenige Chancen zu, die dann wiederum von Goalie Markus Nachtmann mit Bravour entschäft wurden. Einziges Manko: Außer dem 0:1 durch Sven Breiter in der 7. Minute kam nichts Zählbares heraus.

Die Hornets kamen gestärkt aus der ersten Pause und drängten auf den Ausgleich – doch Manuel Pfenning erhöhte in der 29. Minute mit seinem wohl letzten Tor für die Eisbären auf 0:2. Auch als Maximilian Dörr in der 32. Minute zum 1:2 verkürzte, verloren die Eisbären ihre Coolness nicht. Ganz souverän spielte und kämpfte man weiter – mit Erfolg, denn Claudio Schreyer traf in der 36. Minute zum 1:3.

Aufregung gab es dann nah 37 Minuten. Leo Kreps war hinter dem Zweibrücker Tor von einem Schläger am Kopf getroffen worden und blieb am Boden liegen. Während seine Teamkameraden auf eine Unterbrechung wegen des verletzten Spielers hofften und sich deshalb nur noch halbherzig am Spiel beteiligten, konterte der Gegner und Tom Tracy verkürzte auf 2:3. Hätte eine Unterbrechung erfolgen müssen oder war das alles regulär? Schwer zu sagen, doch in jedem Fall zählte der Treffer und Sven Breiter kassierte eine zehnminütige Disziplinarstrafe, da er sich zu lautstark beschwerte.

Dieser Treffer kurz vor der Pause verschaffte den Gastgebern Oberwasser. Angepeitscht von ihren Fans, drängten sie im Schlussdrittel auf den Ausgleich, der dann in der 49. Minute Tom Tracy tatsächlich gelang. Doch trotz der nun weiter drängenden Hornets blieben die Eisbären in ihren Aktionen souverän und ließen sich nicht nervös machen. Als dann Sven Breiter fünfeinhalb Minuten vor dem Ende bei einem Konter einen Doppelpass mit Claudio Schreyer zum 3:4 abschloss und kurz darauf auch noch einen Penalty zugesprochen bekam, schien sich das Blatt vollends zu Gunsten der Eisbären zu wenden. Doch er scheiterte mit dem Penalty, der das 3:5 und womöglich den Sieg bedeutet hätte, an Zweibrückens Keeper Steven Teucke.

Die Hornets warfen nun alles nach vorne und schnürten die Eisbären im eigenen Drittel ein. Just in dem Moment, als sie Teucke zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahmen, versuchten die Eisbären, den Puck aus der Gefahrenzone zu schießen – direkt auf den Schläger von Bernd Hartfelder, der die Scheibe von der blauen Linie in Richtung Eisbären-Tor lupfte. Ryan Mc Donald gab dem Puck noch eine andere Richtung, so dass dieser 57 Sekunden vor dem Ende an Markus Nachtmann vorbei zum 4:4 über die Linie kullerte.

Nichts wurde es aus dem zuvor fast sicher geglaubten Sieg. Die Verlängerung musste entscheiden. Bereits nach 14 Sekunden in der Overtime kassierte Tom Tracy eine Zwei-Minuten-Strafe – die Chance für die Eisbären, die sich bei einer Auszeit besprachen, die Überzahl dann aber nicht nutzen konnten. Da in den fünf Extra-Minuten kein weiterer Treffer mehr fiel, musste das Penaltyschießen entscheiden, das zuletzt nicht unbedingt zu den Heilbronner Stärken gehört hatte.

Claudio Schreyer versenkte den ersten Schuss im Netz, doch trafen auch Mc Donald und Tracy, während Igor Filobok und Marc Lingenfelser scheiterten. Zum letzten Schuss trat Marc Oppenländer an. Er musste treffen, um die Eisbären im Spiel zu halten – doch Teucke parierte und machte damit die Zweibrücken Hornets zum Meister der Regionalliga Südwest 2016/17.

Die Eisbären Heilbronn gratulieren den Zweibrücken Hornets, die nicht nur über die beiden Finalspiele gesehen ein verdienter Sieger sind, sondern auch eine konstant starke Hauptrunde gespielt und mit den Amerikanern Tom Tracy und Ryan Mc Donald zwei überragende Scorer in ihren Reihen haben.

Bei den Eisbären geht mit dieser Niederlage nicht nur die Saison, sondern auch die Ära Manuel Pfenning zuende. Vier Jahre hintereinander führte der Leader, der seit der letzten Saison auch noch als Spielertrainer fungierte, die Eisbären in fünf Finalserien zu vier Titeln. Schon vor der Saison hatte “Manolo” angekündigt, dass er aus beruflichen Gründen die Schlittschuhe nach der Saison an den Nagel hängen werde. Noch wollen die Eisbären das ja nicht so wirklich glauben… ;-)

Die Eisbären danken aber nicht nur Manuel Pfenning und dem ganzen Team für eine weitere klasse Saison. Wir bedanken uns auch bei den vielen ehrenamtlichen Helfern, den vielen Fans und vor allem auch bei den Sponsoren, die uns diese Saison erst ermöglicht haben. Es wäre klasse, wenn wir uns auch zur Saison 2017/18 wieder bei den Eisbären treffen würden!

P.S.
Wir verzichten heute bewusst zum ersten Mal seit 2007 auf unseren traditionellen Aprilscherz – denn dieser würde am heutigen Tag ganz einfach nicht zur Berichterstattung über das gestrige Finale, die Würdigung von Manuel Pfenning und den Dank an alle Eisbären-Freunde passen.

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